Die Hintergrundmusik zu diesem Artikel ist von Sergej Rachmaninow und heisst passenderweise “Die Toteninsel”.
Guck mal, was ich unlängst auf dem Flohmarkt gefunden habe: Ein Buch von Allen W. Dulles, noch dazu auf Deutsch- ich wußte gar nicht, daß es sowas gibt!

Ein Flohmarktfund mit entsprechendem Bibliotheksstempel...
Allen W. Dulles ist eine der wirklich sinistren Figuren aus Amerikas jüngerer, dunkler Vergangenheit – seine Familie hatte eine Schlüsselposition in der internationalen Eugenik-Bewegung inne, Allen`s Bruder John (US- Aussenminister unter Eisenhower von 1953 - 1959) vertrat die (öffentliche) Überzeugung, daß „nur durch die Eliminierung der niedrigeren Mitglieder (der menschlichen Rasse) ein höherer Durchschnitt aufrecht erhalten wird.“ (Zitiert aus Jim Keith, „Bewusstseinskontrolle, Edition J.M, 1998)

Kalter Krieger: Allen W. Dulles (1893 - 1969)
Die beiden Dulles-Brüder sind so was wie die Ahnherren des neueren Bösen: Zusammen mit Reinhard Gehlen, einem hochrangigen Wehrmachtsgeneral und Leiter der „Ostspionage“gründeten sie 1945 den Geheimdienst CIA; die Mitarbeiter der „Organisation Gehlen“ wurden via Operation Paperclip flugs zu amerikanischen Staatsbürgern und bildeten so den ersten Mitarbeiterstab.

Was gibt es sonst noch über Allen W. Dulles zu erzählen? Nur Schlimmes: Er war der längstdienendste (1953 – 1961) und meistgehasste Direktor des CIA; er war derjenige, der still und heimlich das Mind-Control- Programm MKULTRA genehmigte, welches so vielen Unschuldigen das Leben und die geistige Gesundheit kosten sollte- und er war mitverantwortlich für das Fiasko der „Bay of Pigs“- Invasion in Kuba, was ihn letztendlich um seinen Job brachte.

Legte 1961 selbst mit Hand an: Fidel Castro
Gerade jener Allen W. Dulles war es, der in der von Lyndon B. Johnson einberufenen Warren Commission zur Untersuchung des Todes von Präsident Kennedy fleissig alle (CIA-) Spuren, die auf eine Verschwörung hindeuteten, verwischte- wohl der Gipfelpunkt des Zynismus in der Karriere dieses menschenverachtenden Technokraten.

Die scheinheiligste aller Kommissionen- dritter von rechts: Allen W. Dulles
Was schreibt ein so böser Mann für Bücher? In „Der lautlose Krieg“ hat er zahlreiche Spionagegeschichten versammelt, die er jeweils mit einer Einleitung versieht. Da geht es um Casanova, „Meisterspion“ George Washington, Benjamin Franklin und um romantisierte Agentenbegebenheiten aus den guten(?), alten Zeiten. Aber selbst als der Märchenonkel, als der Dulles hier fungiert, kann dieser kälteste aller kalten Krieger nicht seinen Sarkasmus verbergen- über die legendäre Mata Hari schreibt er, er „hätte sie nicht in seine Anthologie aufgenommen“, denn „sie sei keine gute Spionin gewesen, sondern nur wegen ihrer Hinrichtung berühmt geworden“.






