Die Hintergrundmusik zu diesem Artikel stammt von Meisterelektroniker Jack Dangers, ein Stück namens “AlH 8400 (Drift)” von der 2001 erschienenen EP “Tape Music“.
Es gibt ja noch viel mehr Möglichkeiten, mit dem “Totenreich” zu kommunizieren, als die hier vor kurzem beschriebene Methode mit Kurzwellenradio und Tonbandgerät. Unerschütterlichen Glauben an solche Phänomene vorausgesetzt, kann man im Rahmen der “Instrumentellen Transkommunikation” (ITK) auch mit Geistern der Verstorbenen telefonieren, sich von ihnen Messages auf den Anrufbeantworter quatschen lassen, kriegt am Computer Botschaften aufgeschrieben, Musik vorgespielt und so weiter und so fort.

Telefonieren mit den Toten (hier via "Spiricom")
Ich finde es allerdings schade, daß sich die entsprechenden Experimentatoren immer so darauf versteifen, mit den “Geistern von Verstorbenen” zu kommunizieren- es wäre doch ebenso ein Kontakt mit Ausserirdischen oder mit vor uns durch entsprechende “Frequenzbarrieren” (siehe entsprechenden Artikel in diesem Blog) verborgenen Wesenheiten möglich. Und natürlich (hier kommt ein bisschen Gefahr ins Spiel) besteht auch die relativ realistische Möglichkeit, daß gewisse “Low Level Entities” mithilfe solcher Kontakte mit uns spielen, um an Einfluss zu gewinnen.
In meiner kleinen Obskuristan-Ecke hier geht es mir nicht darum, ob irgendeine dieser Theorien “beweisbar” ist oder nicht, ich finde die “Instrumentelle Transkommunikation” und vor allem ihre Protagonisten in früheren Jahrzehnten einfach…unnachahmlich und, naja, schon auch ziemlich schräg- für mich stellt dieses Thema eine ganz eigentümliche Mischung aus versuchter Wissenschaftlichkeit, ein bißchen grusligem Spiritismus und inbrünstigem Jenseitsglauben dar.

Klaus Schreiber: Erfinder einer neuen Form von ITK
Am bizarrsten finde ich das Phänomen der Transkommunikation via Fernseher. Klingt unglaublich? Ist es auch. Dieselben Herren und Damen, die bis in die 70er-Jahre Tonbandstimmen aufgenommen hatten, behaupteten ein Jahrzehnt später, ihre “Toten” würden nun plötzlich auch auf Fernsehbildschirmen erscheinen; während diejenigen Jenseitsforscher, die inzwischen schon verstorben waren, ebenfalls auf den Fernsehmonitoren ihrer Kollegen “aufzutauchen” begannen.
Jenseitsforscherin Hildegard Schäfer schreibt dazu in ihrem Buch “Brücke zwischen Diesseits und Jenseits – Theorie und Praxis der Transkommunikation“: “Eine der größten Sensationen in der Transkommunikations- Forschung war das Erscheinen der “Toten” im Fernsehen. Das Datum 30. September 1985 wird in die Geschichte der Transkommunikations- Forschung eingehen. An diesem Tag geschah es erstmals, dass man Verstorbene nicht nur über Tonband oder Kassettenrekorder hören, sonder sie auch via Bildschirm sehen konnte. Dem pensionierten einundsechzigjährigen Feuerschutztechniker Klaus Schreiber in Aachen war es nach langwierigen und sehr mühseligen Versuchen gelungen, seine verstorbenen Familienangehörigen, mit denen er schon seit längerer Zeit über Tonband Kontakt hatte, auf Video sichtbar zu machen. Zwar erhielten schon zu früheren Zeiten viele Experimentatoren und auch ich über Tonbandgeräte und Kassettenrekorder Hinweise von Jenseitigen, dass sie sich eines Tages im Fernsehen zeigen werden, jedoch wurden diese Mitteilungen missverstanden und vor allem als unglaubwürdig abgetan. Ich kann mich gut daran erinnern, wie kurios und beinahe lächerlich ich es fand, als mir ein Jenseitiger sagte: “Ich arbeite am Fernsehen”, oder auf meine Frage “Was machst du im Jenseits?” antwortete: “Ich beschäftige mich mit Fernsehen.” [...] Die Vorstellung, dass tatsächlich “drüben” an einer Verbindung über Fernsehen/Video gearbeitet werden könnte und dass sich eines Tages “Tote” im Fernsehen zeigen würden, war so ungeheuerlich, dass man sie mehr oder weniger für Utopie hielt.“

Karin Schreiber - vor ihrem Tod (links), und "danach" (mitte und rechts)
Im Klartext: Besagter Klaus Schreiber erhielt von seiner verstorbenenen Tochter Karin via “Radio” Hinweise, daß sie sich ihm am Fernseher zeigen würde. Nach mehreren Missverständnissen bekam er eundeutige Empfehlungen, wie er seine Videokamera in einem bestimmten Winkel auf den Fernseher richten sollte, der auf einen leeren Kanal eingestellt sein mußte. Und dann klappte es endlich: Aus einem leeren Wolkengebilde entwickelte sich ein eindeutiges Abbild von Karin.

Romy Schneider, nach ihrem Tod...
Karin blieb bei allen weiteren Experimenten seine Vermittlerin. Nach und nach konnte Schreiber Manifestationen aller verstorbenen Mitglieder seiner Familie, sowie auch prominente Tote wie Romy Schneider oder König Ludwig von Bayern auf seinen Bildschirm bannen. Und er blieb nicht der einzige- die in unserem EVP-Artikel vorgestellten Tonbandstimmen-Forscher Friedrich Jürgenson und Dr. Konstantin Raudive begannen sich um die selbe Zeit herum auf den Fernsehern ihrer Verehrer zu zeigen.

Jürgenson kurz vor seinem Tod (li), ITK- Manifestation am Todestag (mi), Farbsendung von 1991 (re)
Besonders Friedrich Jürgenson erschien gerne und häufig- am Tag seines Todes zum Beispiel seinem Freund Claude Thorlin, ein paar Jahre später dann einem weiteren Experimentator; während das Bild Jürgensons am Fernsehmonitor materialisierte, soll sich im Nebenraum eine Computeranlage nach einem deutlich wahrnehmbaren Knacken von selbst eingeschaltet haben, und ein mit “Jürgenson” unterzeichneter Text auf dem Computermonitor erschienen sein.

Konstantin Raudive nach seinem Tod...
Transkommunikation via Fernseher- heute ein Phänomen vergangener Zeiten, dessen Spuren nahezu schon verwischt sind- man findet man kaum noch Informationen dazu im Internet; tatsächlich war es mir zum Beispiel nicht möglich, ausführlichere Daten zum Leben jenes vorhin erwähnten Klaus Schreiber ( +1987 ?) zu finden.

Auch Klaus Schreiber zeigte sich natürlich nach seinem Ableben (re)...
Daß dem so ist, verwundert kaum- die Möglichkeiten der Manipulationen oder Fehlerquellen (durch Einstreuungen etc.) bei ITK via Fernseher sind so vielfältig und offensichtlich, daß es sich kaum lohnt, näher darauf einzugehen. Und selbst die einfachsten Fakten von damals verursachen Kopfzerbrechen- eindeutig sind die “Manifestationen” der Toten auf den Bildschirmen ja nichts anderes als (variierte) Fotos, die zu ihren Lebzeiten aufgenommen wurden. Was besseres hatten die nicht zu bieten? Kaum zu glauben, daß über Radio so ausführliche Botschaften hereinkamen, während auf den TV-Bildschirmen nur “Standbilder” zu sehen sein sollten. Ausserdem widersprach sich das Totenreich in seinen technischen Anweisungen: Während man der oben zitierten Hildegard Schäfer in aller Dringlichkeit klarmachte, daß die Farbe des Bildschirms auf Null gestellt sein müsse, da die Toten nur auf “Schwarzweiss” erscheinen könnten (warum eigentlich?), machte ein anderer Experimentator die allerbuntesten Farbfotos von Jürgenson-Manifestationen.
Die Fakten sind also mehr widersprüchlich, ist aber letztendlich auch egal. Was von dieser speziellen Form der ITK geblieben ist, sind Erwähnungen in längst vergriffenen Taschenbüchern- an ein wirklich obskures Phänomen, dessen Verfechter damals mit vollem Herzen daran glaubten. Es sei ihnen unbenommen.

Begleitendes Material: auf der Homepage www.rodiehr.de (meines Wissens die einzige ernstzunehmende Quellensammlung zum Thema ITK) gibt es Hildegard Schäfer`s Buch “Brücke zwischen Diesseits und Jenseits – Theorie und Praxis der Transkommunikation” online zu lesen.
Auf derselben Website gibt es auch einen SAT1- Nachruf auf Klaus Schreiber zu sehen.




[...] mit einem extra dafür vorgesehenen Gerät, von Geistern und Gespenstern aus der jenseitigen Welt à la experimenteller Logik von Klaus Schreiber gemacht haben. Der sagt nämlich, die Tonbandaufnahmen mit Hilfe von Gespenstern sei nur möglich, [...]