In den 1930er Jahren war die Ansicht weit verbreitet, dass so etwas wie die Atombombe ein Ding der “Unmöglichkeit” sei. Selbst Einstein glaubte nicht daran. [...] Doch der Atomphysiker Leo Szilard erinnerte sich, den 1914 von H. G. Wells geschriebenen Roman Befreite Welt gelesen zu haben, in dem Wells die Entwicklung der Atombombe vorhersagte und dass ihr Geheimnis 1933 von einem Physiker entdeckt werde. Das Buch geriet zufällig 1932 wieder in Szilards Hände. Angespornt von dem Roman, kam er 1933 – genau wie Wells es zwei Jahrzehnte zuvor prophezeit hatte – auf die Idee, die Leistung eines einzigen Atoms mittels einer Kettenreaktion zu vergrößern, sodass die Energie der Spaltung eines einzelnen Urankerns billionenfach verstärkt werden konnte. Daraufhin setzte Szilard eine Reihe entscheidender Experimente an und brachte geheime Gespräche zwischen Einstein und Präsident Franklin D. Roosevelt in Gang, die schließlich zum Manhattan Project führten, dessen Ziel der Bau der Atombombe war.
Michio Kaku, aus “Die Physik des Unmöglichen – Beamer, Phaser, Zeitmaschinen“, Rowohlt, 2008







