Anfang der 1850er-Jahre schien vor allem Amerika geradezu besessen. Die Spiritisten behaupteten in einschlägigen Zeitschriften, mindestens zwei Millionen solider Bürger zu ihren Gläubigen zählen zu können, dazu vielleicht noch eine weitere Million in Europa. Viele waren überzeugt, sie hätten selbst zu den Toten gesprochen. Nicht jeder hatte das Talent der Fox-Schwestern, Geister aus dem Holz zu rufen. Aber die meisten Leute waren erfolgreich bei der neuesten Manie, dem Tischerücken. [...] Die Geister bewegten den Tisch, sagten die Leute. Einladungen zum „Tee und Tischerücken“ gehörten nun zu den normalen gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Andere bezeichneten den Vorgang als Tischesprechen und luden professionelle Medien zu ihren Partys ein. Wenn ein begabtes Medium zutage war, so behaupteten die Leute, dann würden die Tische nicht nur hin- und herwackeln, sondern hüpfen, knistern und summen wie eine vibrierende Saite. Manchmal schwebten sie auch in der Luft, als würden sie von unsichtbaren Händen angehoben und getragen.
Deborah Blum, aus „Geisterjäger – William James und die Jagd nach Beweisen für ein Leben nach dem Tod„, Goldmann Verlag 2007







