Die Hintergrundmusik kommt heute wieder mal von eurem Docteur - ein Track mit dem Titel “Eye In The Sky” als Verneigung an Meister Philip K. Dick aus dem Sampler “Various Artists : The Past Inside The Future – A Tribute To Philip K. Dick“. Für kurze Zeit übrigens noch gratis als Download auf der Homepage des Labels bruit erhältlich!
Science Fiction und Spiritualität haben viel gemeinsam. In dieser Überzeugung hat mich erst kürzlich wieder Mythologe Bernhard Reicher bestätigt, in dessen Bibliothek übrigens Isaac Asimovs epochaler Foundation-Zyklus wie selbstverständlich neben einschlägigen Werken aus der esoterischen Literatur steht.

Die Initiation: Perry Rhodan
Seit meinen Kindheitserlebnissen mit Mark Brandis-Büchern aus der öffentlichen Bibliothek und der endgültigen Initiation durch einen Perry Rhodan – Silberband namens “Das rote Universum” mit 3D- Hologramm(!) auf dem Cover träume ich von der Besiedelung ferner Planeten durch mutige menschliche Siedler in ihren Generationsraumschiffen; ich träume von Teleportation, Zeitreisen, unglaublichen technischen Erfindungen und natürlich vom friedlichen Dialog unserer Spezies mit zahllosen Alienrassen.

Die Heimat der Sirianer...
Seit ich mich in letzter Zeit intensiv mit diverser Channeling-Literatur befasse, werde ich ständig an meine Science Fiction – Bücher erinnert. Wenn die Wesenheit Ahastar in seinen Weitergaben durch das Medium Ntosi Marna zum Beispiel detailliert die Entwicklungsgeschichte kosmischer Rassen wie der Venusier, Sirianer und Plejadier schildert, kann ich eben nicht anders, als an die großartigen Space Operas der Science Fiction zu denken- dieses wichtigste Untergenre der Gattung behandelt seit seinen Anfängen in den Pulp-Magazinen der 1940er-Jahre von einem kosmischen Maßstab aus die Expansion der Menschheit ins All und ihre Koexistenz mit den Bewohnern fremder Sterne.

Geniale Space Opera: Der Armageddon-Zyklus
Als wichtigen Vertreter der modernen Space Opera möchte ich hier den britischen Autor Peter F. Hamilton anführen, dessen siebenbändiger “Armageddon” – Zyklus auf tausenden Seiten die Entwicklung des zukünftigen Menschen im All, die Bildung und das Leben in neuen sozialen Netzwerken und die Koexistenz mit künstlichen und genetisch veränderten Lebensformen beschreibt und sich auf für die Science Fiction ungewöhnliche Weise auch mit dem Thema Tod und dem “Leben danach” auseinandersetzt.
Nicht daß ich spirituelle Weitergaben in das Reich der Fabel verweisen will – ich glaube im Gegenteil fest daran (ebenso wie der bereits erwähnte Bernhard Reicher), daß Science Fiction – Autoren zu allen Zeiten “Erleuchtungen” oder Einblicke in spirituelles Wissen hatten, die sie dann literarisch verarbeiteten.

Visionär und verehrtes Idol: Philip K. Dick (1928 - 1982)
Auf niemanden trifft dies eher zu als auf Philip K. Dick, den legendären amerikanischen Schriftsteller, dessen Romane und Ideen die Vorlage für Hollywood-Filme wie “Blade Runner“, “Total Recall“, “A Scanner Darkly“, “Matrix“, “Truman Show“, “Minority Report“, “Paycheck” und viele andere Streifen bildeten; Dick gilt heute als einer der historisch bedeutendsten Science-Fiction- Autoren, seine Werke sind moderne Klassiker der amerikanischen Literatur (Zitate aus Wikipedia- Eintrag).

Alles an Dick ist ungewöhnlich- die meisten seiner über 40 Romane und 120 Kurzgeschichten schrieb er vollgepumpt mit Drogen und Aufputschmitteln in kurzen Zeiträumen (zu Beginn seiner Karriere auch im Laufe einer einzigen Nacht); ab den 1970ern verarbeitete er nebenbei noch seine Gedanken zu Religion, Mystik, Philosophie und Gnostizismus (das Thema, das ihn am meisten beschäftigte) in einem Tagebuch, dem er den Titel “Exegese” gab; die ca. 8000 Seiten dieses gewaltigen Schriftstücks wurden seit seinem Tod im Jahr 1982 nur auszugsweise veröffentlicht.

Eines Tages im Jahr 1963 hatte Dick seine erste Vision. In einer Anmerkung zu der Kurzgeschichte “The Days of Perky Pat” beschreibt er sein Erlebnis folgendermassen:
“Ich ging (…) eines Tages den Feldweg zu meiner Hütte entlang und freute mich auf acht Stunden Schreiben in völliger Abgeschiedenheit von allen anderen Menschen, als ich in den Himmel schaute und ein Gesicht erblickte. Ich konnte es eigentlich nicht richtig erkennen, doch das Gesicht war da, und es war nicht das Gesicht eines Menschen; es war das riesige Antlitz des absolut Bösen. (…) Es war gewaltig; es nahm ein Viertel des Himmels ein. Statt Augen hatte es leere Schlitze – es war aus Metall, es war grausam, und, was das Allerschlimmste ist, es war Gott.”
(zitiert aus: Ralph Doege, “Erkenntnis und Erlösung im Werk Philip K. Dicks“, www.phillipkdick.de, 2002)

Dick's "Exegese" - Auschnitt aus dem Originalmanuskript
Das Gesicht war eine ganze Woche lang am Himmel zu sehen; Dick allerdings war skeptisch und schrieb die Erscheinung seinem Drogenkonsum zu. Überhaupt wollte er seinen übersinnlichen Erlebnissen bis zu seinem Tod nicht so recht trauen- zum Glück, denn seine nagenden Zweifel haben uns eine wunderbare Roman-Trilogie namens VALIS beschert.
Zwischen Februar und März 1974 hatte Dick seine intensivsten Visionen (die von ihm danach als “two-three-seventy four” betitelt wurden)- er sah geometrische Muster und einen pinken Laserstrahl, der Informationen direkt in sein Bewußtsein projizierte. In der Exegese schreibt er dazu:
16. März 1974: Es erschien – mit flammendem Feuer, in lebhaften Farben und ausgewogenen Mustern – und befreite mich von aller Hörigkeit, innen wie aussen.
18. März 1974: Es schaute aus meinem Inneren heraus und sah, daß die Welt nicht berechenbar ist, daß ich – und Es – belogen worden waren. Es leugnete die Realität, die Macht und die Authentizität der Welt mit den Worten: ,Das kann nicht existieren; es kann nicht existieren.
20. März 1974: Es ergriff mich gänzlich, hob mich heraus aus den Beschränkungen der Raum-Zeit-Matrix; es machte sich zum Herrn über mich, während ich zur selben Zeit wußte, daß die Welt um mich her aus Pappe war, Trug. Durch seine Gabe sah ich das Universum plötzlich, wie es war. Durch seine Gabe der Wahrnehmung sah ich, was wirklich existierte, und durch seine Gabe der nichtgedanklichen Entscheidung machte ich mich an meine Befreiung. Es ließ sich auf Kämpfe ein, als Streiter für alle menschlichen Geister in Hörigkeit, jedes Übel, jedes eisern-einkerkernde Ding.
(Zitiert aus “Philip K. Dick” von Lawrence Sutin)

Essentieller Lesestoff: Die Biographie von Sutin
Nach monatelangen Depressionen und Angstzuständen, hervorgerufen durch Skepsis, Ungewißheit und Unglauben rang Dick sich dazu durch, das Geschehene zu akzeptieren und die Natur der Wesenheit zu untersuchen, die sich ihm schlußendlich als VALIS (Vast Active Living Intelligence System) geoffenbart hatte. Er beschrieb VALIS später als Erdsatelliten, Teil eines riesigen Netzwerks, welches vom Sirius aus gesteuert werde; sein Ziel sei es, die Kommunikation zwischen Alien-Rassen und Menschen zu ermöglichen.

VALIS-Comic von Robert Crumb
VALIS würde auch Informationen übermitteln, durch welche die Kontaktierten “gelöschtes” Wissen wiedererlangen könnten- Zitat aus der Exegese: “We appear to be memory coils (DNA carriers capable of experience) in a computer-like thinking system which, although we have correctly recorded and stored thousands of years of experiential information, and each of us possesses somewhat different deposits from all the other life forms, there is a malfunction – a failure – of memory retrieval.”
Eine weitere Möglichkeit war, VALIS als Gott oder gottähnliches Wesen zu betrachten- Dick sah sich übrigens auch als Wiedergeburt des Gnostikers Simon Magus und hatte Visionen eines früheren Lebens als Christ im Rom des ersten Jahrhunderts.
Die spirituellen Erlebnisse von Phillip K. Dick (deren Erforschung er sich bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1982 widmete) sind wohl damit zu erklären, daß er sich als multidimensionales Selbst innerhalb von multidimensionalen Realitäten erkannte- ein Erlebnis, daß dem (menschlich irrigen) Verständnis vom linearen Ablauf der Zeit, und dem auschließlichen Glauben an das materielle, sichtbare Universum einen ordentlichen Dämpfer versetzen kann. Hätte Dick die Seth-Weitergaben von Jane Roberts gekannt oder eines der entsprechenden Bücher gelesen, ihm hätte geholfen werden können:
“Häufig ist es der Fall, daß eure Realitätsvorstellung dermassen beschränkt ist, daß euch die Angst ergreift, sobald ihr etwas wahrnehmt und erfahrt, das nicht in euren Vorstellungshaushalt paßt.[...] Diese Erfahrungen erscheinen euch nur deshalb als außergewöhnlich, weil ihr so lange die Existenz jeglicher Wahrnehmungen, die nicht durch die physischen Sinne kommen, geleugnet habt.[...]
Die eigentümlichen, spezifischen Aspekte eurer physischen Welt sind von eurer Existenz und Bezogenheit auf sie abhängig. Für Außenstehende enthält das physische Universum, zum Beispiel, keine Gegenstände, die Festigkeit, Weite und Tiefe besäßen. Andere Bewußtseinsformen koexistieren innerhalb des gleichen “Raumes”, den eure Welt einnimmt. Sie nehmen eure physischen Gegenstände nicht wahr, denn ihre Realität hat eine andere Tarnungsstruktur. Ihr nehmt sie nicht wahr, und im Allgemeinen nehmen sie euch nicht wahr.
Dies ist jedoch eine verallgemeinernde Aussage, denn verschiedene Punkte eurer Realität können zusammenfallen und tun es gewissermassen auch.”
(zitiert aus Jane Roberts, Gespräche mit Seth, Goldmann 2001)

Reiseführer in die multidimensionale Wirklichkeit...
Soweit Seth- dessen Weitergaben von 1970 sind auch heute noch so fremdartig und neu, daß sie einem wie Science Fiction vorkommen mögen. Ich kann nur sagen, daß mich die Entdeckung von Seth’s Schriften vor kurzer Zeit auf einen Trip geschickt hat, der gerade dabei ist, meine gesamte Weltsicht umzubauen. Mehr dazu demnächst hier
)
***
Philip K. Dick wäre heute (16.12. 2008) 80 Jahre alt geworden.
VALIS – Comic von Robert Crumb
CROPfm – Sendung zum Thema, Gast: Jörg Vogeltanz







Hallo.
Zuviel der Ehre, den Sutin (und somit auch das Zitat) habe ich nicht übersetzt.
Das Musikstück, erinnert mich ein wenig an Coil. Fein.
Viele Grüße,
Ralph
hi ralph, danke für den hinweis! kompliment nochmal an deine arbeit, könntest du nicht mal ein buch zu diesem thema schreiben?
danke übrigens für das kompliment mit coil, wirklich zuviel der ehre
)
liebe grüße & happy christmas,
le docteur
Hi.
Das Dick-Buch liegt zur Hälfte fertig bei mir rum, da fehlt aber seit einiger Zeit die Motivation …
Dafür kommt bald meine erste KG-Sammlung.
Beste Grüße!
Ralph