Hintergrundmusik: Jon Hassell mit “Gift of Fire” von dem klassischen World Music – Album “Dream Theory in Malaysia” (1981)
Unheil zieht heran: 2012 wird ein gewisser “Planet X” unser Sonnensystem durchqueren. Seine Anwesenheit in der Nähe der Erde wird schwere Stürme, Temperaturumbrüche und Klimaveränderungen auslösen- und unseren Heimatplaneten möglicherweise in eine “Neue Welt” verwandeln.

Dies ist ausnahmsweise kein Szenario aus einem meiner geliebten Science Fiction-Romane, sondern eine Voraussage, welche von den Autoren Jacco van der Worp, Marshall Masters und Janice Manning in ihrem “Planet X Survival-Handbuch für 2012 und danach” getroffen wird.
Planet X könnte jener berüchtigte “Nibiru” sein, der äußerst hypothetische “zwölfte Planet“, welcher (so behaupten Prä-Astronautiker wie der umstrittene Zecharia Sitchin oder auch David Icke) nicht nur Heimat jener Ausserirdischen war, die vor Äonen unseren Planeten kolonisiert und die damaligen Menschen als Arbeitssklaven eingesetzt haben; Nibiru soll auch für die verheerende Flutkastastrophe (die biblische “Sintflut“) vor 13.000 Jahren verantwortlich gewesen sein, welche die Erde verwüstet und die meisten ihrer Einwohner getötet hat.

Planet X könnte aber auch ein brauner Zwerg sein oder ein riesiger Komet; die Autoren von “Planet X Survival-Handbuch für 2012 und danach” lassen das offen und zeigen sich im übrigen als Spezialisten fürs Grobe: Zahlreiche Kapitel-Überschriften wie “Archen für die Auserwählten“, “Auf eigene Faust” und vor allem “Seien Sie ein 2012-Rambo” sorgen bei mir für stark gerunzelte Stirnfalten. Erste Leser beschweren sich auf amazon.de auch bereits lautstark über die mangelhaften Astronomiekenntnisse der Verfasser und das Fehlen jeglicher Quellenangaben für ihre Aussagen.

John Rambo: Vorbild für 2012?
Aber: möglich ist alles, auch eine Katastrophe, die uns von der Oberfläche unseres Mutterplaneten vertreibt. Bloß- wohin mit uns allen? Es werden keine geeigneten Raumschiffe bereitstehen, um uns zu anderen lebensfähigen Planeten transportieren zu können (und falls es solche tatsächlich geben sollte, sind sie nur für die Elite da- siehe entsprechenden “Alternative 3“- Artikel in diesem Blog). Bleibt also nur noch eines- ab in den Untergrund.

Düsterer Lesestoff: Metro 2033
Wer sich schon mal (literarisch) auf die Mühen und Plagen eines Lebens unter der Erde einstellen will, dem sei die Lektüre des vorzüglichen Endzeit-Thrillers “Metro 2033” ans Herz gelegt. Das Romandebüt des russischen Shooting-Stars Dmitry Glukhovsky beschreibt in bestechend düsteren Bildern das Schicksal weniger Überlebender in den Gewölben der Moskauer U-Bahn, die sich in der Dunkelheit gegen mutierte Kreaturen verteidigen und gegen Hunger und den immer mehr um sich greifenden Wahnsinn kämpfen.
Zurück in die Realität: Wege in die Erde gibt es ja unzählige: natürliche Höhlen, unterirdische Gänge, “Erdställe“, riesige Bunkeranlagen für Politiker, künstliche Tunnelsysteme, die zu (supergeheimen) militärischen Anlagen führen. Ist die Erde hohl? Eine Theorie, die uns Menschen schon seit Jahrhunderten beschäftigt; die Literatur zum Thema ist ebenso endlos wie fragwürdig.

Papierverschwendung 1: Byrd's "Tagebuch"
Echte Beweise zur Hohlwelttheorie gibt es nämlich gar keine; dafür aber jede Menge kruder Verschwörungstheorien, die seit ewigen Zeiten ein Autor brav vom anderen abschreibt. So ist es zum Beispiel in diesem Zusammenhang eher müssig, detailliert auf das “Neuschwabenland” als unterirdische polare Basis von Überlebenden der Nazi-Elite einzugehen; angeblich authentische Berichte wie z.b. jenes ominöse “Tagebuch” von Admiral Byrd, der während einer Expedition zum Nordpol zufällig auf so eine Untergrundbasis gestossen sein soll, haben sich als äußerst plumpe Fälschung herausgestellt. Heute weiß man längst, daß Byrd sich zu jener Zeit(1947) nämlich nicht am Nordpol sondern (im Rahmen der Operation “Highjump“) am Südpol befand. Das im Michaelis-Verlag (wo sonst) auf Deutsch erschienene Tagebuch erweist sich somit als Fantasiegeschichte, noch dazu mit geradezu abenteuerlichen Rechtschreib- und Grammatikfehlern gespickt.

Papierverschwendung 2: "Die verlorene Welt von Agharti"
Eher lustig sind auch die Werke des englischen Autors Alec Maclellan; sein Buch “Die verlorene Welt von Agharti” erklärt uns im Klappentext: “Alec Maclellan hat bei einer unheimlichen Höhlenexpedition die Macht Aghartis am eigenen Leib erlebt. Das erschütternde Ereignis bewegte ihn dazu, die Spuren zurückzuverfolgen, die die Meister dieses unterirdischen Reichs in unserer Geschichte hinterlassen haben.”
Ich habe mir die Mühe gemacht, dieses Machwerk zu lesen- in den ersten paar Seiten beschreibt der Autor, wie er während einer Höhlenexpedition einmal ein “geisterhaftes grünes Licht” sah, welches ihn so erschreckte, daß er auf der Stelle kehrtmachte und davonlief. Dieses schockierende Erlebnis brachte ihn anscheinend dazu, von da an fest an die Existenz des mythischen, unterirdischen Königreichs Agharti zu glauben, und deswegen dieses (und leider noch ein weiteres) Buch zu schreiben, welches wiederum tapfer die altbekannten Verschwörungstheorien präsentiert- weitere Beweise als das “Geisterlicht” hat Maclellan übrigens nicht zu bieten.

Ob es wirklich ein unterirdisches “Friedensreich“, regiert vom “Rigden – Jyepo“(“König der Welt“) gibt, dessen Eingänge sich entweder in Tibet oder in den polaren Regionen befinden- wer weiß? Eine seriöse Auseinandersetzung mit sämtlichen Mythen und Theorien rund um die “Hohle Erde” bietet das Buch “Arktos: Der polare Mythos zwischen NS-Okkultismus und moderner Esoterik” des Kanadiers Joscelyn Godwin; mit äußerster Akribie seziert der an der Colgate University, New York lehrende Autor sämtliche Irrungen und Wirrungen zum Thema vom 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.
Materialien:
Ein guter Überblick hier.
Marshall B. Gardener‘s Klassiker “A Journey to the Earth’s Interior” von 1920.
“The Phantom of the Poles” (1906) von William Reed.







http://info.kopp-verlag.de/news/der-tresor-des-juengsten-gerichts-in-der-arktis.html
Servus@all!
Seid gewunken aus München!
Zum Thema Planet X findet am 7. und 8. Februar 2009 eine internationale Konferenz in Rom statt.
Auch Marshall Masters (Planet X Experte aus den USA) wird dort sprechen.
Mehr Infos hier:
http://nibiruplanetx.npage.de/internationale_konferenz_in_rom_7_8_022009_78255116.html
Pfüerti
Andreas
Liebe Verschwörungsgläubige !
Es ist schon sensationell, wie hartnäckig … na ja, ihr kennt vermutlich “zetatalk.com” – die trommelten “Nibiriu kommt!” schon Ende der 90-er-Jahre.
Die “Zetas” (graue Aliens von Zeta reticuli) präzisierten dann via channeling – 2003 spätestens wär er da. (und die Erde im Arsch …) — schwafelten 2001 schon davon, dass NASA u. Regierungen alle Astronomen bestochen hätten … etc, weil immer noch nicht sichtbar.
War dann doch nix. – Wurscht – der wahrhaft Verschwörungsgläubige nimmt an sowas keinen Anstoß.
ALLES von diesem Mist kommt in regelmäßigen Abständen wieder … neuer Autor, neues Buch, neue Konferenz.
Dumme gibts immer genug.
Auch zetatalk ist noch im Geschäft — jetzt verlegens sies einfachheitshalber auf 2012 !! (Das verkauft sich dzt gut …)
the fool
haha papierverschwendung xd wer kauft denn so eine neuzeit trash?
wie gross war die auflage? 3 bücher vielleicht?
super artikel hat mich sehr amüsiert
hi ike! also falls du das “planet x – survivalhandbuch” meinst, das hat eine enorme auflage und verkauft sich meiner beobachtung nach ziemlich gut… ich möchte ja gar nicht wissen welche globale panik und geschäftemacherei damit uns noch bis 2012 erwartet….
liebe grüsse,
docteur
Hi!
Im Kopp Verlag gibt es derzeit “Die verlorene Welt von Agharti” für nur 4.95 Euro zu bestellen. Ich überlege hin und her ob ich das nun kaufen soll oder nicht. Ist das so ein “hohle Erde” Quatsch oder gehts da nur um unterirdische Tunnelsysteme? Wie ernst kann man das Buch nehmen? Wer sollen die Leute sein die dort unten leben sollen? Nachfahren von Atlantis oder Lemuria? Oder Außerirdische?
Grüsse Laurance
servus laurance! ich glaub nicht, dass das thema “hohle erde” grundsätzlicher quatsch ist, es gibt nur jede menge schlechte literatur zum thema- die 4,95€ für “die verlorene welt” sind rausgeworfenes geld, da der maclellan einfach nur irgendwelche geschichten von dritten nacherzählt.
stattdessen würde ich dir das “arktos” – buch von godwin empfehlen – der versucht sich in einem wissenschaftlichen zugang, hat sorgfältig recherchiert und versteigt sich nicht in allzu abenteurliche theorien.
liebe grüsse,
dein docteur