Kürzlich habe ich mich an eine Anekdote erinnert, die ich in meiner frühen Jugend in den damals heissgeliebten und regelmässig verschlungenen “Don Juan” – Büchern von Carlos Castaneda gelesen habe: der Anthropologe fährt zusammen mit Don Juan im Auto auf einer Landstrasse, sieht am Strassenrand eine Gruppe von Indianern, die er mitnehmen möchte. Don Juan verbietet ihm dies strikt; auf die verwunderte Nachfrage Castanedas erklärt ihm der alte Zauberer, das man sich “nie sicher sein könnte“, ob Menschen im täglichen Leben auch wirklich “Menschen” seien.

Carlos Castaneda (1925 - 1998)
Bei Spaziergängen in meiner Heimatstadt oder bei der flüchtigen Begegnung mit anderen Menschen habe ich mich dann oft gefragt, ob diese auch wirklich das seien: Wesen aus Fleisch und Blut? Oder was sonst? Solche Fragen führen zu faszinierenden Interpretationsmöglichkeiten und zu leichter bis starker Paranoia. Nehmen wir mal an, der eine oder andere Mensch sei in Wirklichkeit ein “Geist“. Die Definition einer solchen Entität liefert uns der gute alte Seth: Ein Geist ist eine Energieform, ein “Phantom“, unbewußt ausgesandt von uns selbst, entweder im Tages- oder Traumbewußtsein; es kann natürlich auch eine Restpersönlichkeit sein, übriggeblieben nach dem materiellen Tod eines Menschen.
Die Möglichkeiten solcher Phantome, obwohl vermutlich mit einer gewissen Art von Bewußtsein ausgestattet, sind stark beschränkt. Meistens verrichten sie automatisiert immer wieder diesselben Tätigkeiten als Resultat eines übriggebliebenen Zwangs- Reststücke eines Individualitätsprogramms, in einer selbst geschaffenen Schleife festhängend. Keinesfalls geht von solchen Erscheinungen Gefahr aus, erklärt uns Seth- erschrecken können sie einen natürlich trotzdem, obwohl sie sich dessen wohl kaum “bewußt” sein mögen.

Viele berühmte Geisterfotos der Geschichte lassen sich in dieser Hinsicht interpretieren; ausgewählt habe ich eines, welches die hier aufgestellte These besonders eindrucksvoll unterstreicht: Es handelt sich um jenen berühmt-berüchtigten “Tulip Staircase Ghost“, photographiert 1966 im Queen’s House des National Maritime Museum in Greenwich, England. Das von einem amerikanischen Touristen aufgenommene Bild einer berühmten Stiege zeigte nach der Entwicklung eine Figur, die (mit viel Mühe) diese Stiege hinaufzusteigen scheint. Sie tut das vermutlich bis in alle Ewigkeit – bis die Programmierung durch irgendeine Form von “Erlösung” gestoppt wird. Die obligatorischen Spuk-Legenden zum Queen’s House sollen hier bewusst ausgeklammert bleiben; die Echtheit des Photos wurde damals übrigens in einer Untersuchung von den britischen Kodak-Labors bestätigt.

Charles Berlitz (1914 - 2003)
Die Bannung solcher “Geisterphänomene” auf Photomaterial ist in ihrer Isoliertheit natürlich immer spektakulär; es ist aber eigentlich nicht einzusehen, wieso solche Phantome nicht auch im “normalen” Umgang mit anderen Menschen vorkommen sollen, oftmals erst im Nachhinein als “Fehler in der Matrix” erkannt. Um auf die eingangs erwähnten Anhalter in einem der Bücher Castanedas zurückzukommen: viele solcher Geschichten hat auch Charles Berlitz, der große Erforscher des Paranormalen gesammelt. In seinem Buch “World Of Strange Phenomena Omnibus” gibt er zum Beispiel ein Erlebnis wieder, welches eine gewisse Mae Doria aus Tulsa, Oklahoma hatte, die sich an einem kalten Winterabend des Jahres 1965 mit ihrem Auto auf den Weg zu ihrer über 20 Kilometer entfernt wohnenden Schwester machte.
Als sie durch die Stadt Claremore fuhr, bemerkte Mae vor dem Schulgebäude einen leichtbekleideten 10- oder 11jährigen Jungen, den sie aus Mitleid wegen der Kälte und Finsternis gegen ihre sonstigen Überzeugungen mitnahm. Ein paar Kilometer weiter verlangte der Junge, dass sie anhielt, da er jetzt aussteigen wolle. Mae verweigerte dies, da sie sich auf einer einsamen Landstrasse inmitten freier Natur befanden. Plötzlich war der Junge verschwunden- Mae hielt an und suchte die nähere Umgebung ab, konnte ihn jedoch nirgends finden. Das seltsame Erlebnis liess ihr keine Ruhe; durch Zufall fand sie später einen Zeugen, der den gleichen mysteriösen Anhalter ebenfalls einmal mitgenommen hatte- allerdings im Jahr 1936, also fast 30 Jahre zuvor. Weitere Nachforschungen blieben ergebnislos.

Mysteriöse Erscheinung auf einer Landstrasse in Texas, 2007
Die Begegegnung dieser Frau mit einem Wesen, das ganz sicher nicht “menschlich” war, ist ein schönes Beispiel für die vielen urbanen Legenden zum Thema “Phantom Hitchhiker“, ausserdem erkennt man auch hier wieder gut die Funktionsweise eines “Geister”-Programms, welches in irgendeiner Art von Schleife festzuhängen scheint, und deswegen ein und diesselbe “Tätigkeit“ über viele Jahre hinweg ausagiert. Könnte man so eine Erscheinung wie ein Ghost Whisperer davon überzeugen, ins “Licht” zu gehen, und damit von ihrer Tätigkeit entbinden? Das wäre doch mal einen Versuch wert.
Materialien:
Sammlung von “Road Ghosts“.
Wikipedia-Eintrag zum Phänomen “Vanishing Hitchhiker“
Die Werke von Castaneda online.
Geschichte und Mythen zum “Tulip Staircase Ghost“.
und hier noch’n Comic zum Thema:








Hallo!
Mal wieder ein seeehr interessanter, packender Beitrag.
Da ich ja Anhängerin des Matrix-Gedankenmodells bin, dachte ich bei der Formulierung “Reststücke eines Individualitätsprogramms” sofort an ein Fragment, also in der Art einer fragmentierten Festplatte. (Ich neige in letzter Zeit dazu, alles darauf zu übertragen, das lässt mich nicht mehr los:-))
Und die Geister? Na ja … vielleicht eine “Verknüpfung”.
hello,
danke für die blumen!
ja das modell, mit dem man spukerscheinungen und ähnliches ganz abstrakt betrachten kann, nennt man glaub ich “informationsmodell” – der bernhard is da der spezialist, der das öfters verwendet, der weiss sicher mehr drüber! mir hilft so eine betrachtungsweise recht gut, wenns wieder mal zu “spooky” wird und ich mir in die hose mach…
wenn du auf die “matrix”-betrachtungsweise abfährst, kann ich dir das “matrix2012″-buch von unserem herrn grytzik wirklich sehr empfehlen- siehe artikel “matrix, channeling, mind control” in diesem blog.
liebe grüsse,
dein doc