Im letzten Obskuristan-Artikel habe ich kurz über den Fotoapparat als „alles sehendes Auge“ spekuliert; als Möglichkeit, einen unbestechlichen Blick in Dimensionen zu werfen, die unserem Tagesbewusstsein durch zahlreiche Filter (Implantate, wie sie die Wesenheit Kryon genannt hat) nicht zugänglich sind – lass uns diesen Gedanken heute mal etwas weiterspinnen.

Vermutlich bereits seit der Erfindung der Fotografie (und besonders seit dem Aufkommen der Digicam) existiert eine Art „Foto-Underground“ mit verstörenden Bildern, die zeigen, was eigentlich nicht sein kann, ja nicht sein darf: da ist plötzlich die verstorbene Omi oder der längst verblichene Grossvater auf harmlosen Familienaufnahmen zu sehen, da sind mitten in Gruppenporträts auf einmal rätselhafte Personen abgebildet, von denen sämtliche Beteiligten schwören, dass sie während der Aufnahme nicht zugegen gewesen wären; da verunstalten seltsame Licht- oder Nebelphänomene verschiedenster Art die Schnappschüsse von Hobbyfotografen.

Berühmtes Foto: Raynham Hall, England, 1936
Schon früh bildeteten sich urbane Legenden darüber, was auf solchen Fotos zu sehen ist: die Toten sind es, die (anscheinend mit grosser Verzweiflung oder Sehnsucht, auf jeden Fall mit Beharrlichkeit) eine Verbindung zu der Welt der Lebenden suchen und natürlich auch die vielzitierten, sogenannten erdgebundenen Seelen, die an unzähligen Orten mit oder ohne besondere Bedeutung anzutreffen sind, verirrte Geister mit dem Wunsch nach Einflussnahme auf die Angelegenheiten der Menschen.

"Engelwesen", aufgenommen während der Messe in einer englischen Kirche
Modernere Interpretationsmöglichkeiten von unerklärlichen Phänomenen auf Fotos gibt es auch: es könnten „Engel„, sein, „Geistführer“ oder „Aufgestiegene Meister“ (eine vor allem seit dem Aufkommen der „Orbs“ in Eso-Kreisen beliebte Glaubensüberzeugung), ausserdem könnte man meinen, die Kamera gebe zufällige Einblicke in die Überlappungen paralleler Dimensionen. All diesen alten und neuen Hypothesen ist eines gemein: sie nehmen den Fotoapparat als unpersönliche, vollkommen objektive Instanz als Voraussetzung zur Abbildung übersinnlicher Phänomene an.

Montage von Stefan Tomanek, stefans.datenbruch.de
Bei diesen Annahmen wird jedoch derjenige vergessen, welcher das technische Hilfsmittel, die Kamera, bedient. Denken wir an die in der Quantenphysik so revolutionäre „Kopenhagener Deutung“ oder an Schrödingers Katze, wissen wir, welch fundamentale Bedeutung ein Beobachter samt seinen Erwartungen an den Ausgang eines Experiments hat; als „Experiment“ könnte man ja genausogut auch den Vorgang des Fotografierens betrachten.
Der Medienphilosoph Vilém Flusser hat einmal geschrieben: „In der Malerei bilden wir [...] selbst eine „Idee“, um das Phänomen auf eine Oberfläche zu bannen. In der Fotografie dagegen erzeugt das Phänomen seine eigene Idee für uns auf einer Oberfläche.“ (*) Dies würde bedeuten, dass der Fotograf ungewöhnlicher Phänomene diesen erst durch seine Erwartung Sinn verleiht, ja sie durch diese Erwartung überhaupt erst selbst erzeugen könnte.

Vilém Flusser
Nun könnte man einwenden, dass die meisten Fotografen ja vollkommen andere Intentionen hatten, als ein „Geisterphänomen“ auf Film zu bannen; der starke Impuls zur Realisierung einer ungewöhnlichen Erscheinung könnte allerdings auch vollkommen unbewusst ablaufen. Hier könnte man eine Parallele zu sogenannten „Foppgeist-“ oder „Poltergeist-Phänomenen“ ziehen, die seit vielen Jahren von aufgeklärteren Zeitgenossen nicht mehr im Rahmen des „Geistermodells„, sondern psychologisch gedeutet werden.

Ein Poltergeist räumt um...
In den meisten Fällen von herumfliegendem Geschirr, Klopfzeichen oder ähnlichen Phänomenen entpuppen sich deren „Erzeuger“ als un- oder unterentwickelte Persönlichkeiten, oftmals z.b. sind es pubertierende Teenager, deren altersbedingte Unfähigkeit, sich dem „Erwachsenwerden“ zu stellen, eine unbewusste, unglaublich starke Energie erschafft, die zu Telekinese und ähnlichen, als „Geistererscheinungen“ wahrgenommenen Erscheinungen führen kann.

Der berüchtigte "Enfield Poltergeist" hob sogar seine Opfer in die Luft - im Zentrum der Geschehnisse: zwei pubertierende Schwestern
Nimmt man eine solche „psychologische“ Erklärung als gegeben hin, muss man sich natürlich gleichzeitig fragen, ob die „materielle“ Sichtweise, uns allen lebenslang eingeimpft durch Kirche, Staat und traditionelle Wissenschaft, heute wirklich noch Bestand hat – vermutlich ist der Mensch zu viel Grösserem fähig, als er sich in seinem Glaubenssystem gemeinhin zutraut. Er kann zum Beispiel „gezielte menschliche Absicht in einem tiefen, meditativen Zustand auf ein einfaches, elektrisches Gerät übertragen„, wie der Stanford-Physiker Dr. William A. Tiller das in zahlreichen Experimenten schlüssig bewiesen hat.

Dr. William A. Tiller
Tiller lernte Mitte der 1970er-Jahre einen Mann namens Stanislav O`Jack kennen, dem es unmöglich war, „normale“ Fotos zu schiessen. Sobald er jenes versuchte, waren auf den entwickelten Bildern nämlich zusätzlich „schlangenartige Lichtröhren„, „Kondensstreifen“ oder seltsame „bananenartige Strukturen“ zu sehen. O`Jack konnte diese Fähigkeit auf jede beliebige Kamera übertragen, dazu musste er sie nur ein paar Tage am Körper tragen – die Fotoapparate hatten die Fähigkeit zu solch aussergewöhnlichen Fotos übrigens auch noch ein paar Tage danach, selbst wenn sie von anderen Personen bedient wurden.
Tiller untersuchte O`Jacks Fähigkeiten unter Laborbedingungen und kam zu dem Ergebnis, dass Fotoapparate durch das „Biofeld“ seiner Versuchsperson „sensibilisiert“ wurden und „Zugang zu anderen Realitätsebenen erhielten„; er veröffentlichte seine Untersuchungsergebnisse später in dem Buch „Science and Human Transformation„.(**).

Ted Serios und eines seiner "Gedankenfotos"
Noch extremere Fähigkeiten im Bezug auf Fotografie hatte der aussergewöhnliche Ted Serios (1918 – 2006): Dem ehemaligen Hotelpagen gelang es, „Gedankenphotographien“ auf Fotopapier zu bannen, entweder, indem ihm ein Motiv gezeigt wurde, welches er dann in seiner Vorstellungskraft „nachbildete“ oder gänzlich aus seiner Vorstellungskraft heraus. Bizarrerweise musste Serios immer betrunken sein, um erfolgreiche Ergebnisse vorweisen zu können – man könnte mutmassen, ob der Alkohol die Funktion des Blockadebrechers für den Zensor seines logischen Verstandes übernehmen musste – Serios stellte seine Fähigkeit jedenfalls immer wieder unter strengen Sicherheitsvorkehrungen unter Beweis.

Verstörend: Mädchen blickt aus brennendem Gebäude - Experten untersuchten die Aufnahme und fanden keine Manipulationen
Die geschilderten Beispiele sind aussergewöhnliche Einzelfälle, gewiss – sie sind aber auch gute Beispiele dafür, zu welch für uns „übersinnlich“ erscheinenden Ergebnissen der Mensch fähig ist. Ich stelle mir vor, dass wir, ohne es bewusst zu merken, oftmals (vermutlich aber eher ständig) „Resonanzfelder“ erzeugen, in die wir nicht nur die passenden Ereignisse unseres täglichen Lebens ziehen, sondern damit auch andere Wesenheiten oder Lebensformen (Geister, Seelen etc.) „anlocken“, deren Erscheinungen auf diversen Fotos dann zu den eingangs erwähnten „unerklärlichen“ Erscheinungen führen; da eröffnet sich ein weites und faszinierendes Feld für Spekulationen.
Bei den Beweisstücken sollte man eines nicht vergessen: dass vermutlich über 90 Prozent dieser sogenannten „Geisterfotos“ mehr oder weniger gelungene Fälschungen sind – die wenigen dann übrigbleibenden Fotografien, bei denen dieses nicht zuzutreffen scheint, sind dafür allerdings umso rätselhafter.

Mein persönlicher Favorit: Aufgenommen von einem Ehepaar während eines Urlaubs in Südengland - eine Dimensionsüberlappung?
***
(*) zitiert aus: Silvia Wagnermaier und Nils Röller: „absolute Vilém Flusser„, Orange Press 2009
(**) zitiert aus: Miceál Ledwith und Klaus Heinemann: „Das Orb Projekt – Auf der Suche nach Energiephänomenen mit Digitalfotografie“, Goldmann Verlag 2008







ein passender filmtipp, sofern noch nicht bekannt:
the asphyx (peter newbrook, 1973), ein britischer horrorfilm:
http://www.imdb.com/title/tt0069738/
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Asphyx
würde mich sehr wundern, wenn dich der film nicht fasziniert
grüße
thomas
hi thomas!
danke für den tipp! den kenn ich tatsächlich noch net….
liebe grüsse, dein docteur
Ob es sich um die Fotografie oder Malerei handelt, ist nicht entscheidend. Die Sichtweise ist entscheidend. Einer mit selbstsüchtigem Darstellungsproblem wird versuchen sich als Mittelpunkt des Geschehens darzustellen und einer mit Kunstintention wird die Kunst an sich darstellen.
Bei den Geistdarstellungen kann man meist von einer Selbstdarstellung ausgehen.
http://maziarworld.wordpress.com
[...] This post was mentioned on Twitter by Peter Hummel, Mystery News. Mystery News said: The All Seeing Eye « Obskuristan: (*) Dies würde bedeuten, dass der Fotograf ungewöhnlicher Phänomene diesen er… http://bit.ly/7uGCi8 [...]
@maziarworld: sorry, deinem argument kann ich nicht wirklich folgen. du meinst, fotografen von geisterfotos würden sich selbst auf den bildern darstellen???? das musst du mir bitte genauer erklären
le docteur
frohes und spaciges ( spassiges )
2010
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Es beginnt…
Unschärferelation
EMG-Wahrscheinlichkeiten
Ist die EMG-Programmierung modifiziert bildet der „Fotograf“ plötzlich andere „Gesichter“ ab…
Multiple Realitäten
Wahrscheinlichkeiten
Zustandsmöglichkeiten