In Lullaby, einem der zahlreichen von mir favorisierten Romane von Chuck Palahniuk, erzählt der Autor von einem abgewrackten Journalisten, der durch Zufall ein sogenanntes „Merzlied“ entdeckt, einen afrikanischen Kinderreim, der denjenigen, dem er vorgelesen oder vorgesungen wird, tötet. Das „Merzlied“ (= ausmerzen) nistet sich wie ein Virus auf einer Festplatte im Kopf des Protagonisten ein, dessen Killerinstinkte sich so rasch entwickeln, dass er schliesslich ihm missliebige Menschen auf der Stelle zu Tode bringen kann, in dem er sich bloß auf sie konzentriert und an besagtes Lied denkt. Da er aber ein Wesen mit humanen Grundsätzen ist, versucht er ständig, nicht daran zu denken – ein aussichtsloses Unterfangen, denn je stärker man etwas zu verdrängen versucht, desto stärker drängt es sich ungefragt wieder in das menschliche Bewusstsein.

Apokalyptiker: Chuck Palahniuk
Palahniuk spekuliert in apokalyptischen Zukunftsvisionen, wie es denn wäre, wenn auch andere Personen die tödliche Kraft des „Merzliedes“ entdecken würden, es sich somit zu einer Seuche, einer Pandemie, einer Bedrohung unvorstellbaren Ausmasses entwickelte – der einzige Schutz dagegen wäre, sämtliche Kommunikationsmedien unter Aufsicht zu stellen oder besser gänzlich abzuschaffen, denn über jeden beliebigen Kanal könnte es seine zerstörerische Kraft entfalten; in jeder Fernsehsendung, in jeder Radiodurchsage enthalten sein. Um zu überleben, müsste die Menschheit zukünftig in vollkommener Stille weiterexistieren.

Leider schon längst von der Realität übertroffen: "1984" von George Orwell
Worum es in Lullaby eigentlich geht, ist die Kritik Palahniuks am ständigen Lärmen von Big Brother, der, wie er schreibt, uns nicht mehr wie in George Orwells überholter Dystopie „1984“ bloß überwacht, sondern uns zusätzlich durch ständige Reizüberflutung auch noch mit Nichtigkeiten beschäftigt hält; uns davon abhält, für uns selbst zu denken, uns selbst zu spüren. Wir sind zu „Phobikern der Stille„, „Lärmsüchtigen“ geworden, die ein sofortiges Unwohlsein befällt, sobald sie an einem Ort sind, an dem der übliche Ablenkungsteppich einmal nicht vorhanden ist.
Es tut wirklich gut, sich von solchen Überlegungen wieder mal aus dem eigenen Trott reissen zu lassen, aufzuwachen, aufzutauchen aus dem einlullenden, bunten Meer der dauernden Reizüberflutung wie die Kolonisten des von einem bösen Computer beherrschten Kolonistenraumschiffs „Axiom“ in dem grossartigen Pixar-Animationsabenteuer Wall-E. Noch dazu bin ich ja selbst auch Mittäter: als Moderator und Redakteur eines Privatradios helfe ich täglich mit, die Zuhörer mit belangloser Information und oberflächlichem Liedgut bei Laune oder eben in einem künstlichen Koma zu halten.

Degeneriert: Menschen an Bord der "Axiom" in Pixar's "Wall-E"
Mit neu geschärften Sinnen sind mir die Mechanismen der Ablenkung in letzter Zeit besonders aufgefallen: Eurokrise, Überschwemmungskatastrophen, beispiellose Verschmutzung der Meere durch ein nicht mehr zu stopfendes Loch – das haben wir kurz bemerkt und uns darüber aufgeregt, nur um gleich darauf in Bewunderung des neuen deutschen Fräuleinwunders Lena Meyer-Landrut zu versinken – die kann zwar weder gut singen noch besonders gut tanzen, hat aber mit ihrem herzigen Teeniecharme den Songcontest gewonnen und ist damit über Nacht zur neuen Volks-Ikone aufgestiegen, die wir bewundern und lieben, ja mit der wir uns identifizieren! Dass das pubertäre Mädchen eigentlich nichts zu sagen hat, nichts sonderlich Interessantes zu erzählen weiss, korrespondiert perfekt mit unserer eigenen inneren Leere.
Schockiert war ich auch von den jüngsten Ereignissen in England, dem Überwachungsstaat par excellence, als ein netter älterer Herr, a nice chap, wie er von seinen Bekannten beschrieben wurde, zur Waffe griff und einen der gewalttätigsten Amokläufe der letzten Jahre veranstaltete. Über die Motive des Täters darf man rätseln, das war kein Bilderbuch-Soziopath mit schrecklichen Kindheitserlebnissen, die ihn irgendwann zwangsläufig zum Attentäter machen würden, sondern einfach ein harmloser Nachbar von nebenan. Man spekuliert über „Erbstreitigkeiten“, welche die Tat veranlassten, muss aber eigentlich zugeben, dass die Motive für die beispiellose Bluttat nicht enträtselbar sind. Zur gleichen Zeit ging der Polizei übrigens ein britischer Serienkiller ins Netz, der im Revier des berüchtigten „Yorkshire Rippers“ gewütet hatte, und bei dem sogar Kannibalismus eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben dürfte.

Peter Sutcliffe, der "Yorkshire Ripper"
Aber, diese erschreckenden Meldungen wurden wiederum schnell verdrängt von der Fussball-WM in Südafrika; so ein Sportereignis ist ja schon seit dem alten Rom das perfekteste Mittel um die Massen abzulenken, die dabei ja wirklich gefordert sind – man muss ja mit seiner favorisierten Mannschaft mitfiebern, während man sich unter den Konkurrenten „Feinde“ aussucht, deren Scheitern man dann mit der entsprechenden Häme überschüttet. Überhaupt war mir diese unfassbare Identifikation mit einem bestimmten Fussballverein (meist aus „patriotischen“ Gründen, ein weiteres Rätsel, da in der Mannschaft eines bestimmten Landes ja sämtliche Nationen vertreten sind) schon immer ein Greuel – ich kenne Leute, die sich quasi freiwillig fernsteuern lassen, denn deren eigene Laune steigt und fällt ultimativ mit einem Sieg oder einer Niederlage des Lieblingsteams.
Nun, bei der WM in Südafrika kann man sich mit Lust und Laune in imaginäre Gewinner hineinprojizieren, mehr perfekte Virtualität ist zur Zeit nirgends zu kriegen. Und damit man sich die furchtbaren Bedingungen, unter denen die schwarze Bevölkerung im Gastgeberland leben muss, nicht zu sehr zu Herzen nimmt, lässt man sich mit den zahllosen Vuvuzelas noch den letzten Rest kritischer Hirnmasse aus den Ohren blasen, aber so eine akustische Folter gehört eben zu so einem Ereignis einfach dazu.

Hirn aus dem Schädel blasen: Vuvuzela
Ich bin schon gespannt, welcher weitere Event uns nach der Fussball-WM beschäftigen und unsere Aufmerksamkeit von den Katastrophen ablenken wird, die einstweilen in unserer Welt passieren. Aber vielleicht reicht meine Aufmerksamkeitsspanne ja keinen weiteren Monat und ich bin wieder in den Fluss der bunten Ablenkung untergetaucht. Es ist ja auch wirklich schwer zu entkommen: an meiner Arbeitsstelle sind die meiste Zeit mehrere Audioquellen gleichzeitig zu hören, das Internet verlangt nach Aufmerksamkeit, das Telefon klingelt ständig. Setze ich mich auf mein Fahrrad, um nach Hause zu fahren, ist der iPod mein ständiger Begleiter, während daheim sofort der Fernseher eingeschaltet werden will und die Zeit bis zum Schlaf ausserdem parallel natürlich noch für die netten Nichtigkeiten des Social Networking bei Facebook und Co. draufgeht.

Doku-Soaps: Alles nur Schwindel
So hält uns die Matrix der Ablenkung ständig auf Trab; wenn wir bei irgendwelchen Fernsehdokumentationen (die uns ja angeblich das „wahre Leben“ zeigen, sich in Wirklichkeit aber sehr clever und inzwischen ausschliesslich des Konzepts der „Scripted Reality“ bedienen) selig dahinschlummern, hat Big Brother ausserdem noch ganz ungeniert die Möglichkeit, unser Unterbewusstsein mit weiteren unwichtigen Botschaften vollzustopfen, dann gehört uns unser Schlaf eben auch nicht mehr.

Und so passiert es, dass die angekündigte Apokalypse nicht stattfinden wird, nicht 2012, nicht danach und nicht zuvor, weil sie nämlich schon längst passiert, hier und jetzt vor unseren Augen; bloss sind wir ständig mit dermassen unwichtigem Müll beschäftigt, dass wir es einfach nicht bemerken. Ich will hier auch gar keine grossartigen, blasierten Reden schwingen, was man alles besser machen könnte – ich denke, wenn man sich einfach wieder ein bisschen zu spüren beginnt, dann ist eigentlich schon alles gut. Und wenn man dann einen klitzekleinen, positiven Gedanken an die Welt sendet… mithilfe der von Sheldrake entdeckten morphogenetischen Felder könnte dann jeder kleine Anstoss von dir und mir zu einem Sturm, ja Orkan der Positivität werden.







HEEEYY Doc Nachtstrom!
Tut gut wieder was von Dir zu lesen – it´s „SOULFOOD“!
Zum Glück merkt mans dann und wann!
…Komisch, bevor ich zu deinen neuen Post, über cropfm gelandet bin, habe ich angefangen hier: http://www.sein.de/geist/persoenliches-wachstum/2010/was-ist-das-fundament-deiner-entscheidungen–liebe-oder-angst.html zu lesen…
Passt irgendwie zu der „Kernaussage“ (Einkehr/sich besinnen).
Geht mir echt auch oft so mit der -Blackmagicaudioundundundreizüberflutung- im Alltag.
LG, Maik
hi maik, danke für das „soulfood“, freut mich
ja hin und wieder mal sich selbst bewusst werden hat definitiv was!
liebe grüsse, dein doc
Hallo Doc,
welcome back…:-)
Lese ja schon eine Ewigkeit bei dir mit und kenne dich von cropfm, aber das ist heute mein erster Kommentar.
Deine Literaturempfehlungen sind allgemein einfach nur genial. Wirkliche Geheimtipps!!! Ich sage nur A.E. van Vogt (Null-A) oder Frederick E. Dodson.
Ja, ja die Medienmanipulation….bei dem typischen Massen-Konsum-Menschen wirkt diese besonders. Die Leute sind im wahrsten Sinne des Wortes programmiert. Stelle das immer wieder persönlich fest, wenn ich die Bevölkerung mal auf was alternatives hinweise.
Zum Beispiel zum Thema Mobilfunkstrahlung, da genügt eine Vokabel und sie hören dir nicht mehr zu und wenden sich ab wie in Trance und reden auf einmal was belangloses. In diesem Fall vier Leute gleichzeitig! Mein Vortrag war kurz und knapp gehalten, drei oder vier Sätze und bei dem Wort BLUTHIRNSCHRANKE…auf den Boden schauen, umdrehen und irgendwas anderes quatschen und mich stehen lassen. Als wenn es die Information nie von mir gegeben hätte.
War eine spannende Situation…
Freue mich auf weitere Posts von dir…
Alles Liebe aus Deutschland
Alexandra
hi alexandra! freut mich sehr dass du meinen doch eher aussergewöhnlichen literaturgeschmack teilst
deine anekdote hat mir ziemlich zu denken gegeben – ich würde nämlich so weit gehen und statt „sie wenden sich ab wie in trance“ , „sie wenden sich in trance ab“ sagen – seit den ersten mind control-versuchen ist bereits so vieles ersonnen worden, dass es ermöglicht, uns in einem traumzustand zu halten; ich könnte mir also sehr gut vorstellen, dass man menschen dahingehend manipuliert, dass sie bei diversen „schaltworten“ einfach den unbewussten befehl empfangen, sich sofort mit etwas anderem zu beschäftigen. und gerade die schädlichkeit der mobilfunkstrahlung ist ja etwas, dass auf jeden fall unterdrückt werden muss.
in manchen situationen (erst kürzlich in einer wiener u-bahn z.b.) wird mir richtig kalt ums herz wenn ich bemerke, dass wirklich JEDER der anderen im abteil befindlichen menschen (und das waren verdammt viele wg rush-hour) ein handy am ohr hatte oder darauf herumtippte… hat mich in dem moment sehr an „Sie leben!“ von john carpenter erinnert, wenn du weisst, was ich meine…
liebe grüsse, würd mich freuen, in zukunft öfter von dir zu hören
dein docteur
Es ist schon eine Wohltat, dass ich endlich jemand gefunden habe, der dieses sinnlose Fussballwetteifern ganz klar beim Namen nennt.
Ich konnte diesen Hype noch nie verstehen und stimme Deinen Erläuterungen ganz klar zu.
„Brot und Spiele“ ist die Devise.
Einen Nicht-Zombie zu treffen ist seit dem allumfassenden Mind-Controlling sehr schwierig geworden.
Vielen Dank für diesen Bericht.
Hello! Ja von Herzen gerne! Ich hab es heute übrigens wieder mal so ca. 5 min. mit irgendeinem WM-Spiel versucht – die Faszination daran wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben
Liebe Grüsse,
Doc
Was passiert, wenn wir uns dieser „Überschwemmung“ entziehen?
Habe dies vor einiger Zeit versucht.
Sprich – keine Zeitung mehr zu lesen, Radio gehört habe ich vorher schon nicht, aber zumindest keine CDs mehr – auch unterwegs im Auto oder mitn Radl. Internet und Fernsehen reduziert aufs Minimum. Handy abgemeldet und wieder ein Festnetz angeschafft.
Keine Audioablenkung bei lästigen Tätigkeiten im Haushalt oder im Straßenverkehr mehr. Ich habe jahrzehntelang beim Essen zB Musik gehört, Ferngesehen oder Zeitung gelesen. Es war schon eine mittlere Katastrophe, wenn die Batterien beim Walkman leer waren und keine Reserve da war. Das hat mir oft schon manchen Tag verhaut.
Es ist verdammt schwer ohne diese Dinge der Ablenkung auszukommen. Anfangs war der neuerworbene Zustand der Stille sehr wohltuend und interessant, aber mit der Zeit wurde es immer unangenehmer. Was macht das Gehirn, wenn man es nicht ständig mit Informationen, welcher Art auch immer, füttert? Wenn nix von außen kommt, dann muß es sich zwangsläufig mit sich selbst beschäftigen. Da denkt man an längst vergangene Erlebnisse – meistens die Unangenehmen, welche man vielleicht noch nicht richtig verarbeitet und abgeschlossen hat. Ich kann mich erinnern, wie ich mich beim Geschirr abwaschen, über etwas Vergangenes so aufregte, daß mein Herz richtig zu rasen begann und ich mich lange nicht erholen konnte.
Helmut Qualtinger hat einmal gesagt, wenn er mit sich selbst alleine ist, ist er in schlechter Gesellschaft.
Das denke ich mir immer, wenn bei der Supermarktkassa jemand ganz aufgeregt die Öffnung einer zweiten Kassa fordert, um sich ja nicht 1-2 Minuten mit sich selbst zu beschäftigen, aber da hat man ja im Notfall das Handy zur Ablenkung.
aber zurück: Generell wurde ich immer nervöser und unausgeglichener und komischerweise mußte ich öfters aufgrund von Krankheiten das Bett hüten, obwohl ich vorher nicht oft krank war.
Ich hatte immer das Gefühl, daß Körper und Geist eine gewisse Art von Katharsis durchlebten – sozusagen auf Entzug geschickt wurden.
Angenehm war diese „Reise“ nicht immer, aber unterm Strich auf alle Fälle positiv.
hello,
danke für deinen erfahrungsbericht – der eine sehr wichtige ergänzung zu meinem artikel darstellt, denn auch meiner erfahrung nach ist es so, dass man, wenn man sich durch den entzug des lärmteppichs wieder zu „spüren“ beginnt, meistens sehr negative erfahrungen macht; da übernehmen lange zurückgedrängte neurosen und agressionen das kommando.
bei mir war es z.b. so, dass ich oftmals mit einer heftigen abneigung gegen mich selbst konforntiert war, es fiel mir sehr schwer, mich anzunehmen. in meinem kopf wurde es dann erst so richtig laut, negative gedanken schienen sich richtig darum zu raufen, wer am lautesten schreien durfte.
andererseits hab ich die erfahrung gemacht, dass man, wenn man diesen „negativen loops“ mal auch so richtig raum lässt, d.h. sich nicht dagegen wehrt, die nach einiger zeit auch verschwinden; und dann war es mir in einigen fällen danach möglich, eine dermassene ruhe und damit einhergehende zufriedenheit zu entwickeln, dass sich eine solche „übung“ auf jeden fall immer wieder mal lohnt.
ich glaube, dass es nach dem abschalten aller plärrenden kommunikationsmittel zu einer wirklichen art von „entzug“ kommt; man kann so richtig dabei zusehen, wie widerwillig sich die kabelstränge von big brother aus deinem hirn zurückziehen…
liebe grüsse,
doc
hallo Doc Nachtstrom auch hier!? – nach 1984 wollte ich in der richtung gar nichts mehr lesen, aber nun kaufe ich mir gleich chuck palahniuk… –
zu deinem text und den kommentaren fiel mir gleich tart ein, hirn/bewusstseinsforscher aus den usa, fan von gurdjieff, dem tibetischen buddhismus etc. –
und dieser meint, das die ursprüngliche essenz des menschen von geburt an eine veränderung erfährt, die ihn von sich selbst so sehr entfremdet, bis von seinem ursprünglichen wesen kaum mehr etwas übriggeblieben ist. (der gewöhnliche mensch ist nach gurdjieff eigentlich tot…) – hier ein auszug und natürlich Viele Grüße!
Das Aufwachsen eines Menschen ist eine sehr ambivalente Erfahrung. Es ist wunderbar, Neues zu erlernen, das Wissen und die Macht der eigenen Kultur zu entdecken.
Andererseits erfährt man Abwertungen und muss sein essentielles Selbst verleugnen. Oder die Unterwerfung an die Erwachsenen.
In Einzelfällen oder eher in Form von allmählichen Unterwerfungen als einem einzigen grundsätzlichen, dramatischen Akt des Nachgebens.
Immer wenn wir einen Aspekt unseres essentiellen Selbst unterwerfen, wird Energie von der Essenz abgezogen und zwecks Unterstützung und Entwicklung der Persönlichkeit kanalisiert. Hier wird eine Persona im ursprünglichen Sinn, also eine Maske geschaffen. Allmählich wird diese Maske immer komplexer, eine gesellschaftlich gebilligte Repräsentation von uns, die uns Beifall einbringt und uns so als normal wie jeder andere erscheinen lässt.
Je vollständiger wir uns mit der Maske (Persönlichkeit) identifizieren, je mehr wir vergessen, dass wir eine Rolle spielen, und statt dessen identisch mit der Rolle werden, um so mehr von unserer natürlichen Energie fließt in die Persönlichkeit und um so mehr von unserer Essenz verschwindet. Je mächtiger die falsche Persönlichkeit wird, um so besser gelingt es ihr, die Essenz zu ersticken und deren Energie für ihre eigenen, selbstsüchtigen Ziele zu nutzen. (Charles Tart: „Hellwach und bewußt leben“)
servus ralph! willkommen auf meinem blog…
mir scheint, unser buchgeschmack ist ähnlich – den tart hab ich auch zuhause stehen und schätze ihn sehr! stimmt alles sehr, was er sagt – ein bisschen in richtung non-dualität weitergedacht: vielleicht steckt hinter der maske gar nichts?
liebe grüsse,
dein docteur
You are back – welch eine Freude!
Du sprichst mir aus dem Herzen, wir sind wirklich zu Lärmsüchtigen und Ablenkungsfunkies geworden.
Auf der Straße sieht man beispielsweise schon wenige – vor allem junge Menschen – ohne Ohrstöpsel; der i-Pod ist immer dabei, eine Kommunikation in der Straßenbahn, im Zug oder am Gehsteig fast unmöglich. Aber ich gehöre leider genauso zu diesen „Musik-Inseln“ (wenn auch Hörbücher oder crop-Fm-Sendungen eher auf dem Plan stehen). Irgendwie gibt es da schwerlich ein entkommen…
Die Ölkatatastrophe im Golf von Mexiko ist für mich eines der emotional belastendsten Ereignisse der letzten Monate. Ich hatte Anfang April noch die Möglichkeit dieses Paradies auf Erden mit eigenen Augen zu sehen und es blutet mir das Herz, wenn ich erlebe, wie ignorant und ohnmächtig wir darauf reagieren. Da wird nicht nur die Lebensart und die Lebensgrundlage vieler zerstört, sondern auch ganze Landstriche und Millionen von Tieren. Unfassbar.
Die Fußball-WM ist sicher eine moderne Brot und Spiele Variante. Als ehemaliger Fußballer und – ja ich oute mich! -, als regelmäßiger Fußballgucker möchte ich jedoch zu meiner Verteidigung anmerken, dass manche Fußballspiele durchaus an Spannung nicht zu überbieten sind, und es einige Ballkünstler gibt, die ihrem Namen alle Ehre machen. Wenn ein Messi durch dir Reihen marschiert und durch seine Ballfertigkeiten und seine Motorik und Übersicht einen überirdischen Pass spielt, geht mir einfach das Herz auf.
Aber genug dazu (es gibt übrigens einige ganz interessante Untersuchungen, warum Fußball vielerorts Ersatzreligion, Lebensinhalt etc. geworden ist).
Schön, dass wir wieder von dir lesen, mein lieber Doc!
danke mein lieber! Ich will auch ja auch nix verdammen hier – wie oben beschrieben bin ich ja selbst ein Ipod-handy-internet-dvd-junkie
und auch die Fussball-WM soll demjenigen Freude bereiten, der sowas mag. Ich denke mir, einfach hin und wieder alles mal abschalten und Stille geniessen, tut schon Wunder genug… Ich praktiziere das derzeit recht bewusst, mal schauen wie lange es mir gelingt
liebe grüsse dir!
docteur
hi le doc
cool, dass du wieder online bist !
vlg s
yes, die batterien sind wieder aufgeladen
liebe grüsse dir! doc
Nachtstrom 4 Bundespräsident !
„Meine lieben Österreicherinnen und Österreicher..“
Stille fehlt dieser Welt wirklich sehr.
Deshalb kein langer Text, sondern die Empfehlung jeden Tag eine selbstgewählte Weile nicht zu reden, hören, lesen, sondern nur zu sein.
Und in der restlichen Zeit den Lärm nicht zu mehren.
Hallo Docteur,
schön, hier wieder was Neues zu lesen. Hat mich auch gleich wieder zum tieferen Nachdenken angeregt… Und so möchte ich eine Brücke schlagen zum Thema „Spiritualität“, das von Dir ja auch schon es öfteren behandelt wurde, nicht zuletzt durch den Totenfunk-Artikel.
Natürlich dient das ganze Multimedia-Tamtam dazu, die Menschen von unbequemen Wahrheiten wie Umweltzerstörung, Kriegen usw. abzulenken, aber ich denke, die Ursachen könnten noch viel tiefere Ebenen berühren. Betrachtet man z.B. die Anfänge der englischen Society for Psychical Research, so lagen die Forschungsschwerpunkte damals, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, eindeutig darauf, die Weiterexistenz des Menschen bzw. der Seele nach dem körperlichen Tod zu untersuchen und ggf. zu beweisen. Zu den Mitgliedern jener Zeit gehörten Universitätsprofessoren, Ärzte und Physiker, einige von ihnen Nobelpreisträger. Sie kamen zu wirklich erstaunlichen Ergebnissen. Wer ein wenig staunen möchte, dem empfehle ich, einfach mal den Begriff „Cross Correspondencies“ bei Google einzugeben. Hier nur soviel, daß mit diesem Experiment eine Weiterexistenz des Menschen nach dem Tode als bewiesen gelten könnte. Könnte… Denn die sogenannte „ernsthafte“ Wissenschaft fühlt sich meines Wissens bis heute nicht bemüßigt, auf derlei Forschungsansätze adäquat zu reagieren. Vielmehr werden Forscher auf dem Gebiet des Lebens nach dem Tode als Spinner belächelt oder geradezu fanatisch bekämpft. Das ist die eine, die wissenschaftliche Seite. Die andere wird von denjenigen vertreten, die die Menschen, wie von Dir so anschaulich beschrieben, mit Reizen geradezu überfluten. Und die Möglichkeiten für Zerstreuung und Ablenkung werden umso umfangreicher, je mehr Möglichkeiten bestehen – besonders über das Internet – sich auch über Spiritualität zu informieren. Mir kommt die Menschheit manchmal vor, wie Harry Potter im ersten Roman: Von überall her kommen die Eulen, die Harry in eine fantastische Realität führen sollen, aber es wird alles getan, um sie von ihm fernzuhalten.
Warum das alles?
Nehmen wir einmal an, jemand hätte die Gelegenheit, sich ungestört und so objektiv wie möglich über spirituelle Fragen zu informieren und nehmen wir weiter an, dieser Jemand würde zu der Einschätzung kommen, daß nach dem körperlichen Tod nicht alles zu Ende ist, und daß es eine Entwicklung gibt, die einen Sinn hat – auch wenn er diesen Sinn vielleicht noch nicht begreifen mag. Ein solcher Mensch ist für das in weiten Teilen der Welt herrschende, rein profitorientierte System überaus gefährlich, denn: Er wird kein Interesse an inhaltsleeren TV-Serien und den von ihnen vermittelten Manipulationen haben; er wird keine nutzlosen Dinge kaufen, weil vermeintliche Trends es ihm vorschreiben; und, was vielleicht am gefährlichsten ist, man kann ihn mit der immer wieder unterschwellig gebrauchten Drohung des Entzugs all der gesellschaftlichen Anerkennung und der Konsumprivilegien nicht mehr zur Akzeptanz der herrschenden Meinungsmacht zwingen. Und je mehr Menschen diesen Entwicklungsprozeß durchlaufen, umso schneller werden all die moralisch verrotteten Auswüchse der Profitgesellschaft -seien es rücksichtslose Rüstungs- Pharma- und Nahrungsmittelkonzerne, korrupte Politiker, halsstarrige Wissenschaftler oder willfährige Medienmacher – mangels Zuwendung und Aufmerksamkeit verdorren. Sicherlich werden sie noch eine Weile zetern, aber irgendwann werden sie von der Entwicklung einfach überholt werden – ich denke da zum Beispiel an Quantenphysiker, die inzwischen völlig offen über die Existenz einer Seele nachdenken – und langsam im Rückspiegel verschwinden. Wie heißt es so schön? „Laßt die Toten ihre Toten begraben und folgt mir ins Leben“; oder auch: „Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter“.
In diesem Sinne grüßt Dich
Sucher
hello sucher, auch sehr schön, von dir wieder zu lesen! und dann gleich so ein tiefsinniger kommentar, der mehre obskuristan-artikel miteinander verbindet
Ich erlaube mir, deine gedanken weiterzuspinnen: diejenigen, die uns in schach halten, müssen ja selbst wiederum von jemandem in schach gehalten und verblendet werden. blicke ich auf dieser pyramide immer weiter nach oben, wo sich die selben vorgänge immer weiter wiederholen, muss es doch irgenndwann eine spitze geben, jemanden, der diese kettenreaktion einmal ausgelöst hat. wer oder was ist das? bezugnehmend auf meinen kommenden artikel möchte ich wieder einmal auf die theorie der ausserirdischen und uns menschen als deren gezüchtete sklavenrasse hinweisen, das wäre eine von (vermutlich) vielen erklärungsmöglichkeiten…
liebe grüsse!
dein docteur
Hallo Docteur,
sicher ist es möglich, daß die im Moment auf der Erde herrschenden Mächte von jemandem – wie Du es ausdrückst – in Schach gehalten werden. Vielleicht gibt es wirklich einen dunklen Drahtzieher an der Spitze der Pyramide; aber zwingend notwendig ist es nicht. Es gibt sehr viele, die von den momentanen Verhältnissen profitieren, und eine spirituell entwickelte Menschheit würe ihre Machtposition gefährden. Dieses Wissen schweißt die Machthaber und ihre Lakaien – wozu Wissenschaftler ebenso gehören wie Medien- und Konzernmanager – zusammen und sorgt für Einigkeit, wenn es darum geht, die Menschen unwissend zu halten. Da muß man gar nicht von Verschwörung sprechen; Interessengemeinschaft wäre hier vielleicht das passendere Wort. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt auf Deinen Artikel.
Grüße!
Grüß dich Docteur,
Jetzt hab ich es doch mittels Wurmloch mal aus dem CropFM-Universum in dein Reich geschafft, was mich sehr freut.
Sehr gelungener Artikel, wie ich finde und er trifft wirklich ins Schwarze, nennt die Pest beim Namen oder wie auch immer man will. Ich selber sehe seit einigen Jahren genauso bewusst wie hilflos dem Verfall unserer Medienlandschaft zu, habe mich deswegen auch schon so gut es geht versucht abzuschirmen: ich schaue nicht mehr bzw. nur noch selektiv fern, suche mir das aus, was mich persönlich interessiert, um mich von dem Gedankenschrott zu bewahren, lese nur noch bestimmte Zeitschriften, suche bewusst die Ruhe auf (was schon schlimm genug ist… man muss sich in Ruhe BEGEBEN… sollte man nicht die Wahl haben, aus der Ruhe in den Lärm zu gehen?) etc. etc. Zwar gelingt es mir nicht ganz, dem Zirkus, der hier mit uns aufgeführt wird, zu entkommen, aber ich merke, dass es mir besser geht, seit ich mich einigermaßen abschirme und mich sensibilisiert habe, wobei ich natürlich nicht weiß, wie es den „Opfern“ dieser Reizüberflutung geht. Sie mögen glücklich sein in ihrer Paralyse. Genauso wenig weiß ich, ob ich mir nicht nur einbilde, etwas besser dran zu sein. Jaja, kompliziert
Dankenswerterweise hatte ich in meiner Facharbeit dann das Thema „Kultur im Radio“, wodurch ich mich noch mehr mit den Medien allgemein und dem Radio im Speziellen beschäftigt habe, mich mit Verantwortlichen verschiedener Sender und auch mit deren Hörern unterhalten habe. Ich war echt geschockt, als man mir mehr oder weniger einstimmig erzählte, dass man eigentlich nicht an hochwertigen und anspruchsvollen Inhalten interessiert sei, weil das Publikum daran verhältnismäßig wenig Spaß hat. Wenn man „Kultur“ haben will, muss man sich dann schon dem exklusiven Kreis der Kulturradio-Hörer anschließen, ohne dass ich behaupten will, dass diese Sender besser wären… Vielleicht bereiten sie die ‘selbe tote Kacke’ (Dank an Bauchi für diesen Ausdruck
) anders auf…
Ich persönlich finde aber das Desinteresse der breiten Öffentlichkeit weit erschreckender als unsere ‘Lärmverschmutzung’. Wer Macht hat, wird sie früher oder später auch einsetzen… Wichtig wäre, dass die Leute mal aufwachen und die Chancen und Möglichkeiten nutzen, die sie haben, auch, wenn das leichter gesagt als getan ist…
Ich werde mich jetzt jedenfalls noch mit ein paar deiner Artikel ‘füttern’
Liebe Grüße,
Enya
hey enya! und mich freut das auch sehr, das du hier was postest
es ist schon super, wenn man überhaupt mal „maßnahmen“ ergreift gegen das bunte big brother-geplärre, damit hat man den ersten schritt zum aufwachen schon getätigt. ganz entziehen kann (und soll) man sich nicht – meine strategie neben den bewussten rückzugsphasen ist, dass ich derjenige bin, der entscheidet, was er sich reinzieht. und dazu gehört hauptsächlich mal, sich dem einlullenden edutainment-kram der flimmerkiste oder auch des radios zu verweigern.
als mitarbeiter eines privatradios kann ich dir deine erkenntnisse zum „kulturentzug“ leider nur vollauf bestätigen; das argument der radios, dass die hörer „kultur“ nicht verkraften würden und die daraus resultierenden geringen hörerzahlen bei den gefürchteten radiotests (welche über den einsatz von werbejingles entscheiden) dann eben jenem radio die existenzgrundlage entziehen würden, halte ich für faul – da traut man halt dem hörer überhaupt nix zu, der würde das angebot schon wahrnehmen, wenn man es ihm anbieten würde; das müsste man halt langsam und nachhaltig angehen.
auch wenn das jetzt ein wenig „aluhutverdächtig“ klingen mag (ein adjektiv, welches meinem blog vor einiger zeit in einem forum verliehen wurde *gg*) – ich glaube ja, dass über die radiofrequenzen nicht nur der übliche müll ausgestrahlt wird, sondern auch entsprechende andere signale, die noch zusätzlich für das sog. „einlullen“ sorgen. ich kann das aus eigener erfahrung zwar nicht bestätigen, fosar und bludorf haben auf ihrer homepage allerdings ein paar eindrucksvolle beispiele zu diversen signalen, die von einem berliner radiosender „testweise“ ausgesendet wurden. auch wenn das nur ein testversuch gewesen sein mag, möglich ist es…
liebe grüsse dir!
dein doc
hallo docteuer,
ich bin über cropfm zu dir gekommen. die open-end sendung „reise nach obskuristan“ fand ich super interessant. viele der themen, die ihr angesprochen habt, verfolge ich schon seit einigen jahren und ich freue mich über die entwicklung, dass sich menschen über moderne medien austauschen, dinge erfragen und das „was ist“ erforschen.
so komme ich auch dazu, hierzu einen kommentar zu schreiben, welches natürlich rein subjektiv ist.
ich gebe dir recht, brot und spiele ist eine alte art und weise, die menschen abzulenken und dadurch unter kontrolle zu halten oder zu lenken, jedenfalls von dem eigentlichen weg abzulenken. das, was gerade jetzt in der welt passiert und sich auch in der medienlandschaft abspielt, finde ich höchst spannend. ich bin eine person, die sich der medienlandschaft größtenteils entzieht, sprich: ich sehe kaum fern, höre keine nachrichten, lese keine zeitung. wenn ich ins internet gehe, suche ich antworten, meinungen, erfahrungsaustausch. aber irgendwie kommen doch die für mich wichtigen und interessanten informationen auf (wie ich meine) energetischen wege zu mir.
wenn es nicht dieses „ablenkungsmanöver“ gegeben hätte (was ja sehr sehr alt ist, und nur ein kleines puzzleteil zur menschheitsentwicklungsgeschichte darstellt), gäbe es kein internet (ich glaube ja, das es eher ein versehen war, dass der kleine mann zugriff auf solch eine informationsquelle bekommen hat), gäbe es kein vernetztes querdenken, hätte sich nie solch eine macht, die wir gerade jetzt in dieser zeitqualität haben, entwickeln können. und so schließt sich für mich ein kreis. durch brot und spiele haben wir heute erkannt, was wir eben nicht haben wollen und je weiter und extremer das ablenken vorangetrieben wird, desto mehr menschen wenden sich davon ab, suchen sich eigene wege der informationsbeschaffung und damit killt sich das system der ablenkung selbst. die menschen müssen sich auch mehr mit sich auseinandersetzen, wenn sie überlegen, was möchte ich erfahren? was bringt mich in meiner entwicklung weiter und dann kommt es irgendwann auch dazu, dass es mehr menschen gibt, die eben für das system gefährlich werden. also das was sucher geschrieben hat. das ist ein prozess, der meiner meinung nach nicht mehr aufzuhalten ist. natürlich wird es immer menschen geben, die das so nicht sehen, aber so ist es hier in der welt der dualität. ich denke, dass der funken bereits übergesprungen ist und die resonanzwellen größer werden. das kollektivbewusstsein wacht gerade auf, jedenfalls glaube ich das ganz subjektiv und das ist es auch, was mich sehr fröhlich stimmt, auch wenn das, was auf der welt passiert, gerade nicht so nett ist. gerade auch menschen wie du, die sich trauen mit ihren gedanken in die öffentlichkeit zu gehen, fördern auch diesen prozess. durch medien ist ein austausch überhaupt möglich. und wenn wir medien gezielter nutzen, dann ist doch alles gut! die informationsqualität wird sich anpassen. angebot und nachfrage.
ich danke dir für deine artikel und nehme daraus sehr viel für mich mit!
alles gute wünscht dir
seven
hey seven, danke für deinen ausführlichen kommentar! du hast vollkommen recht, die uhr lässt sich in keiner weise mehr zurückdrehen – aber ich glaube auch, dass sich der umgang mit den medien kollektiv verändern wird und diese dann genau für die von dir erwähnten gründe nützlich sein werden – und das in pfeilschneller geschwindigkeit vermutlich
liebe grüsse,
dein docteur