
Illustration von Jörg Vogeltanz - www.vogeltanz.at
Es gibt wieder ordentlich Lesestoff. Wie vor einiger Zeit angekündigt, hat euer Docteur für die Wiener Zeitschrift „Rokko’s Adventures“ einen Artikel über die Geschichte des „Totenfunks“ verfasst. Der ist richtig ausführlich geworden (eine Reise durch alle bisher in Obskuristan unter dem Label „Transkommunikation“ präsentierten Themen von Jürgenson und Raudive bis zum Spiricom und der Jenseitsgruppe „Zeitstrom“) und ist mit der Erlaubnis des Magazininhabers für Obskuristan-Leser hier exklusiv online verfügbar. Also: wer wissen will, wie man mit Verstorbenen funkt, telefoniert, faxt oder Mails austauscht, der sollte sich das entsprechende .pdf-file herunterladen.
Download von „Die Wahrheit über Totenfunk“ hier.
Die Illustrationen zum Artikel stammen übrigens von Grafikgenie Jörg Vogeltanz.
Zum Nachlesen: Das grosse Interview mit Dr. Nachtstrom und CropFM-Macher Tarek Al-Ubaidi in Rokko’s Adventures gibt es hier.
Rokko’s Adventures ist überhaupt eine Zeitschrift, die mit ihren Themen jedem Obskuristan-Leser grosse Freude bereiten dürfte. In der aktuellen Ausgabe geht es um Menschliche Kanonenkugeln, Bud Spencer, Nazi-UFOs, Gonjasufi, den Pulp Master Verlag und vieles mehr. Kann man hier bestellen.








Na, da hast Du Dir ja viel Mühe gemacht, die ganzen Fakten und Infos zum Thema „Totenfunk“ zusammenzutragen. Was das Spiricom betrifft, da nehme ich mal an, daß Du die entsprechenden Stimmenbeispiele von der Democassette von Meek kennst. Mich zumindest erinnerten sie zuerst auch an Vocoder-Stimmen, dann aber sehr schnell an Stimmen, die mit Hilfe eines Sprechhilfe-Gerätes erzeugt werden, das Leute benutzen, denen der Kehlkopf entfernt wurde, indem sie sich dieses vibrierende Gerät an den Hals halten und dann mit dem Mund Worte formen, die dann als monotone „Roboterstimme“ hörbar werden. Und tatsächlich – wenn man sich die Beispiele daraufhin genau anhört, dann entdeckt man auch viele Stellen, an denen das monotone Brummgeräusch dieses Sprechhilfe-Gerätes zeitweise selbst von den Fragen O’Neills moduliert wird – ein (für mich zumindest) klarer Hinweis darauf, daß es sich um einen simplen Fake handelt (wofür ja auch der Umstand spricht, daß Meek von O’Neill nur fertige Cassetten mit den „Dialogen“ zwischen ihm und ‘Doc Mueller’ ausgehändigt bekam, aber selbst nie an den Dialogen teilnehmen durfte). Daß da „normal denkende“ Menschen – insbesondere solche, die sich um eine „ehrliche“ Tonbandstimmenforschung bemühen – skeptisch werden, ist doch klar und sollte man ihnen nicht als Neid auslegen. Speziell bei Fidelio Köberle kommt noch hinzu, daß er in den 1980er Jahren selbst auf einen Betrüger hereingefallen war, den er anfangs sehr unterstützt und gefördert hat (nicht nur finanziell), bevor ihm seine Fakes anhand von Tonaufzeichnungen zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten.
Hello! Danke für deinen Kommentar! Ja ich habe die entsprechenden „Spiricom“-Aufnahmen zuhause und war da gerade durch meine frühere, intensive Beschäftigung mit elektronischer Musik von Beginn an extrem skeptisch – die Stimme von „Doc Mueller“ ist ja mit den entsprechenden Mitteln kinderleicht herzustellen, und dass Meek niemals auf die Idee kam, die Echtheit der ihm ausgehändigten Aufnahmen zu überprüfen, ist eigentlich unfassbar – vor allem in Hinblick auf die spätere Pressekonferenz, in der er gerade diese Aufnahmen enthusiastisch als „Durchbruch“ der Weltöffentlichkeit präsentierte.
Die damalige kategorische Ablehnung sämtlicher anderer Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Jenseits ausgenommen der Tonbandstimmen-Methode von seitens des VTF, respektive durch dessen Vorsitzenden Köberle hat mich allerdings schon gewundert und mich zu der von dir angesprochenen Spekulation veranlasst – im Lichte deiner Informationen sind die Beweggründe dafür allerdings auf jeden Fall leichter nachvollziehbar.
Interessieren würde mich in diesem Zusammenhang auch, was die „ernsthafteren“ Tonbandstimmenforscher dann von der späteren ITK-Szene rund um das CETL-Labor in Luxemburg gehalten haben müssen – gegen deren „medialen Überschwang“ aus dem Totenreich wirkt das Spiricom ja geradezu wie ein Kinderspielzeug.
Liebe Grüsse!
Dein Docteur